Willkommen im AZPP
Ausbildungszentrum für Psychoanalytische Psychotherapie
Das AZPP ist das Ausbildungszentrum für psychoanalytische Psychotherapie in der Nordwestschweiz, das Psycholog:innen und Ärzt:innen die berufliche Qualifikation zur Psychotherapie bietet.
Im öffentlichen Bereich finden Sie allgemeine Informationen zum Verein und zu den Weiterbildungsmöglichkeiten.
Als Weiterzubildende:r, Dozent:in oder als Mitglied des AZPP haben Sie die Möglichkeit ein Passwort anzufordern (LOGIN rechts oben). Damit können Sie weitere Informationen im internen Bereich einsehen.
Der Weiterbildungsgang für psychoanalytische Psychotherapie am AZPP ist seit 2017 vom Bund (BAG) akkreditiert.
Nachruf zum Tod von AZPP Gründungsmitglied
Julia Pestalozzi (16.1.1934-18.2.2026)
An einer wissenschaftlichen Tagung zum Thema «psychotic states» kam Julia Pestalozzi 1993 erstmals mit der EFPP in Kontakt und war von der dort gepflegten Offenheit, Ernsthaftigkeit und respektvollen Neugier so begeistert, dass daraus der Auftakt zu jahrzehntelangem Engagement und zu vielen Freundschaften werden sollte, an die wir uns trauernd in grosser Dankbarkeit erinnern.
Die Europäische Union war gerade gegründet, die Binnengrenzen zugunsten des freien Personenverkehrs durchlässig geworden, und von Psychotherapeuten aus mittel- und osteuropäischen Ländern kam zunehmend der Wunsch nach Teilhabe am professionellen Austausch mit ihren westlichen Kollegen. Dieser Aufbruch nach den Jahren des Kalten Kriegs hatte für Julia Pestalozzi eine besondere, persönliche Bedeutung vor dem Hintergrund ihrer eigenen Flucht aus Ungarn.
Mit Begeisterung und grossem Fleiss packte sie den Aufbau einer Deutschschweizer EFPP-Sektion an, die 1995 in Basel mit einem Festakt gegründet werden konnte. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen schlossen sich dieser Sektion an und bildeten bald eine aktive Bewegung mit etlichen Arbeitsgruppen, die Fachtagungen organisierte, die Entstehung von Schwester-Organisationen in den anderen Landesteilen stimulierte und sich schliesslich in der EFPP Schweiz vernetzte.
1996 initiierte Julia Pestalozzi die Planung eines Ausbildungsinstituts. Sie hatte eine berufliche Enttäuschung erlitten und lud daraufhin einige Gleichgesinnte dazu ein, gemeinsam eine ideale Institution - zunächst noch ganz ohne die Einschränkungen des Machbaren - zu erträumen, um sie dann in eine konkrete Gestalt zu bringen. Es sollte ein Haus der Mehrstimmigkeit werden, in dem gemeinsam gelernt, diskutiert und gerungen wird und in dem das Erreichen der Ziele so gefeiert wird, wie es ihr kultureller Hintergrund vorsah: mit Musik und einer reich gedeckten Tafel. Mit ihrer vorwärts gerichteten Perspektive gelang es ihr beispielhaft, eine Zurücksetzung in einen kreativen Prozess umzuwandeln. 2002 wurde das Ausbildungsinstitut, heute AZPP, gegründet, das es in den nun 24 Jahren seines Bestehens zu beachtlichem Erfolg und Ansehen gebracht hat.
Auf der euopäischen Ebene stellte sich Julia Pestalozzi von 1999 bis 2003 als Honorary Secretary der EFPP zur Verfügung und prägte dieses eigentlich organisatorische Amt auf ihre ganz individuelle, freundschaftlich bezogene Weise. Die Delegierten neuer Mitgliedsländer hiess sie auf ihre unnachahmliche Art willkommen.
Julia Pestalozzis Persönlichkeit erwies sich für diese Pionierphase als ausserordentlich bereichernd. Sie fand auch dort Gemeinsamkeiten, wo sich über Jahre verhärtete Positionen herausgebildet hatten, und brachte mit ihrem ansteckenden Optimismus frischen Wind in die Berufslandschaft. Ihr Interesse am Gegenüber, der je anderen Kultur und Lebensrealität, ihre Gastfreundschaft, ihre Migrationserfahrung und ihre Mehrsprachigkeit bereicherten die persönlichen Begegnungen, aus denen Neues und Gemeinsames entstehen konnten. Sie war Europäerin durch und durch. Ihre Weggefährten betraute sie früh mit verantwortungsvollen Aufgaben. Sie war eine begeisternde Anstifterin, die ihre Führungsrolle jeweils nach wenigen Jahren weitergab und so für eine lebendige Generativität sorgte.
Auch wenn sie sich im internationalen, im nationalen wie auch im lokalen Rahmen immer wieder um den Aufbau von Organisationsstrukturen kümmerte, so galt ihr eigentliches, lebenslanges Interesse doch der persönlichen Begegnung mit ihren Patienten. In ihren Publikationen, z.B. in «Psychotische Übertragung als Chance»* konnte sie uns daran teilhaben lassen. Ihre Solidarität mit dem Leiden der Mitmenschen berührte viele von uns auch in den Online-Meetings der EFPP large group, an denen sie sich in den letzten Jahren regelmässig beteiligte und bei denen sie zu den Themen der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine Stellung nahm. Ihre eigene Praxis führte sie bis kurz vor ihrem 91. Geburtstag, ihre Intervisionsgruppe traf sich bei ihr noch am Vorabend ihres Todes!
Wir verdanken ihr viel, die Erinnerung an sie lebt in uns und unseren Organisationen weiter!
Rudolf Stefan Balmer, Julia Besch, Tibor Klaber, Joachim Küchenhoff, Herbert Lorenz, Peter-Christian Miest
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*Julia Pestalozzi, 1996: Psychotische Übertragung als Chance. Psychotherapie eines dysmorphophoben Adoleszenten. Kinderanalyse, 4. Jg., Heft 1, pp 1-54
Bildquelle: Ute Schendel
Weiterbildungen
Akkreditierte Weiterbildung
Für Psycholog:innen, gem. PsyG
Dauer 5 Jahre
Beginn Herbst 2026
Infos und Anmeldung
(bis September 2026)
Grundkurs
Für Ärzt:innen, gem. FMH
Dauer 3 Jahre
Beginn Herbst 2026
Infos und Anmeldung
(bis September 2026)
Aufbaukurs
Für Ärzt:innen & Quereinsteiger:innen
Dauer 2 Jahre
Beginn Herbst 2026
Infos und Anmeldung
(Jederzeit)